30. Mai 2015

Auswärtssieg daheim

Kein Jahr ohne Titel. So soll es für einen Fußballverein sein, wie wir ihn uns wünschen. Die U19 hat also heute das Jahr gerettet. Sie gewann 1:0 gegen Energie Cottbus im Finale des DFB-Pokals der Junioren. Das Spiel fand im Amateurstadion statt, nominell war Hertha die Auswärtsmannschaft. Die Fans reagierten darauf gegen Ende mit dem naheliegenden Chor: "Auswärtssieg". Er fand daheim statt.

Da wir zu den Gästefans gehörten, standen wir im sonst geschlossenen Sektor K und sahen das Spiel durch ein Absperrgitter hindurch. Es war eine ungewohnte Perspektive, und ich überlegte die ganze Zeit hindurch, was denn eine geeignete Art wäre, dieses Spiel zu schauen, so ganz ohne Draufsicht: Auf einen Spieler konzentrieren? Also mehr oder weniger scouten? Oder doch so etwas wie eine taktische Idee zu bekommen? Dazu fehlt mir bei dieser ebenerdigen Betrachtung die Erfahrung.

Die Sache löste sich dann mehr oder weniger von selber, schließlich war es ein zwar wechselhafter, aber doch insgesamt schöner Frühlingstag, und es waren ein paar befreundete Herthaner zusammengekommen. Es wurde sich also auch ein wenig unterhalten. Für die Scouts unter uns fiel die Wahl des "Man of the Match" relativ klar aus: Uns gefiel Farid Abderrahmane, auch weil er durch seinen Wuschelkopf guten allgemeinen Appeal hatte, während der von uns vor dem Spiel hoch gehandelte Shawn Kauter die Haare sehr kurz trug - ob er deswegen eher unauffällig blieb?


Zum Anpfiff hatte der Hertha-Block ein paar Rauchopfer dargebracht. Das Spiel konnte trotzdem regulär angepfiffen werden. Die Mannschaft von Michael Hartmann kontrollierte das Geschehen ziemlich souverän, sodass der Hertha-Keeper Niels-Jonathan Körber, zu dem wir in diesen 45 Minuten den besten Sichtkontakt hatten, nicht viel zu tun bekam. Er hinterließ trotzdem einen insgesamt promotablen Eindruck.

In der zweiten Halbzeit hab es dann einen Corner, der von "unserer" Eckfahne aus getreten wurde, und der zum einzigen Treffen durch den Kapitän Nico Beyer führte. Ich hatte einmal gut abgedrückt, nämlich als Pelivan zum Eckball lief, und einmal ein wenig zerstreut, nämlich kurz vor dem entscheidenden Kontakt. Den habe ich drauf, nur das Tor habe ich verfehlt.



Danach gab es noch eine hübsche Szene mit den potentiellen DFB-Pokalsiegern des Jahres 2030, und ich meine jetzt den richtigen. Rechts von uns war eine Abordnung der Hertha-Kleinsten, die sich die Handschuhe von Körber sicherten. Zumindest akustisch habe ich die Szene festgehalten, mit dem Bild bin ich da schon wieder wo anders.


Dieser Sommer wird für diese Mannschaft von beträchtlicher Bedeutung. Wer kann vielleicht ins Trainingslager der ersten Mannschaft mitfahren? Die meisten werden heuer 19, einige wie Jordan Torunarigha erst 18. Jetzt werden die Weichen für die Karrieren gestellt. Wir drücken die Daumen - ist ja in aller Interesse!



Eingestellt von marxelinho am 30. Mai 2015.
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