08. März 2014

Bescheidenheit

Der Trainer hat die Pressekonferenz vor der Auswärtsfahrt nach Mainz zu einer prinzipiellen Erklärung genützt. Er hat angemerkt, dass die Pfiffe nach dem Heimspiel gegen Freiburg (torloses Remis) bei der Mannschaft und auch beim Stab angekommen sind: "Das geht in das Innere hinein." Er ließ auch erkennen, dass es ihm lieber gewesen wäre, wenn da nichts angekommen wäre, sprich: wenn niemand gepfiffen hätte.

Jos Luhukay wurde richtig leidenschaftlich, und er schafft es auch immer wieder, seine Einlassungen mit einer Anspielungen auf die "gesellschaftlichen Verhältnisse" insgesamt zu bereichern. Das Motiv seiner Rhetorik ist dabei nicht schwer zu erkennen: er will die Mannschaft und seine Arbeit mit ihr schützen, er will Ruhe haben und keine unnötige Aufregung.

Mainz wird sicher sehr interessant, wenn das Spiel vielleicht auch mit dem Label "Duell der Supertrainer" ein wenig hoch hängt. Doch der FSV hat einen Lauf, und Hertha bewegt sich auch gut durch die Saison. Und so treffen hier zwei vergleichbare Ansätze aufeinander. Im Prinzip müssten zwar zwischen diesen beiden Vereinen Welten sein. Doch das betrifft nur die Standortfaktoren, die in Berlin ja durch verschiedene mehr oder weniger historische Faktoren (Berliner Mauer, Ära Hoeneß) relativiert werden.

Die Erinnerung an das Hinspiel schadet auch nicht. Da spielte Hertha daheim eine sehr schwache erste Halbzeit, und gewann dann doch noch 3:1, wobei der Umschwung in der zweiten Halbzeit auch ein wenig glücklich war, sich aber vor allem einer mutigeren, leidenschaftlicheren Spielweise verdankte.

Inzwischen führt Mainz eine Vierergruppe von Mannschaften an, die nur zwei Punkte voneinander entfernt sind und damit alle Kandidaten für den Tabellenplatz sechs sind. Gladbach und Augsburg sind die anderen beiden, selbst Wolfsburg ist mit 39 Zählern nicht aus der Welt (Platz 5). Hertha hat also Chancen auf das internationale Geschäft, darüber zu reden macht aber tatsächlich wenig Sinn.

Mit Lustenberger und Cigerci (sowie schon lange: Baumjohann) fehlen derzeit Schlüsselspieler, der Fall Skjelbred ist ein spezieller, der Norweger scheint sich insgesamt ein wenig zu stark verausgabt zu haben und ist im Moment, wenn auch vielleicht nicht schwer verletzt, so doch kaum "im Rhythmus". Und Ben-Hatira wurde in der PK auch als verletzt genannt.

Das ergibt ein diffiziles Aufstellungsproblem, das ich auch nicht durch eine Rehabilitierung von Peer Kluge lösen würde. Vermutlich legt sich eine konservative Variante nahe, mit Niemeyer neben Hosogaj. Ich würde Schulz wieder auf den Flügel stellen (vorbehaltlich diverser Faktoren, die ich von außen nicht beurteilen kann, wie Trainingsleistungen,...). Allagui vielleicht wieder eher als Außenspieler, für Ndjeng eine Pause. Bleibt noch eine offene Position. Ronny wird wohl nicht beginnen, eher doch Skjelbred. Mal sehen.

Bei der Pressekonferenz wird auch immer die Zahl der mitreisenden Fans genannt. Es sind 1523 Herthaner, das Spiel ist nicht ausverkauft, es werden also noch ein paar mehr werden. 1524 werden es auf jeden Fall sein, denn ich habe auch eine Karte, allerdings nicht im Fanblock, ich sitze ja lieber mittig und nicht im Käfig. Ich habe einfach im Netz gebucht, und werde, wie ich das immer mache, ein diskreter Herthaner sein. Das soll der Intensität meines Supports keinen Abbruch tun.


Eingestellt von marxelinho am 8. März 2014.
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