25. September 2013

Betzenberg

Gleich nach dem Spiel, das ich aus dem Sektor 17.2 auf der
Ost-Tribüne des Stadions des 1. FCK verfolgt habe, sind die Eindrücke
natürlich noch ein wenig zu ungeordnet, als dass hier schon viel zu
schreiben wäre. Da allerdings der ICE nach Frankfurt Verspätung hat, und
ich ein wenig warten muss, hier schon einmal ein paar spontane
Eindrücke. Ich komme nicht ganz umhin, diese unnötige Niederlage dem
Coach zuzuschreiben. Die Struktur der Mannschaft war in der zweiten
Halbzeit nicht mehr so, dass sie den "roten Teufeln", die nach dem
Ausgleich spürten, dass da mehr ging, etwas entgegenhalten konnte. Mit
ist es ja, wie vielen anderen Fans, die ich kenne, auch zu blöd, immer
wieder über Wagner herzuziehen. Aber von dieser Position aus fehlte dem
Spiel von Hertha heute etwas, dann Cigerci musste dadurch auf den ganzen
weiten Raum vor und neben Niemeyer allein bespielen, was ihm weder
defensiv wie offensiv recht überzeugend gelang. Da Wagner ein
Totalausfall war, spielte Hertha im Grunde mit einem Mann weniger, und
dann noch mit einem Neuling im Spielzentrum.

Bei großen
Mannschaften ist es üblich, im Pokal den Ergänzungsspielern eine Chance
zu geben. Doch Hertha ist keine große Mannschaft, und der Cup-Bewerb
verschafft ihr regelmäßig Enttäuschungen, sodass man da doch zumindest
durch die Aufstellung erkennen lassen könnte, dass man den Gegner ernst
nimmt. Das Ausscheiden gegen Gladbach vor zwei Jahren war eine der
bittersten (und kältesten) Stunden für einen Hertha-Fan. Das 1:3 heute
aber war einfach unnötig, und ich muss jetzt erst einmal nach Berlin
zurück, was eine Weile (eine lange Nacht) dauern wird, um zu sehen, ob
Luhukay gute Antworten auf die Fragen hat, die ihm sicher gestellt
werden. Meine Frage ist ganz einfach. Wohin ist die Spielanlage
gekommen, mit der Hertha zu Beginn der Saison überzeugt hat? Der Kontakt
zum modernen Fußball ist beinahe schon wieder abgerissen.


Eingestellt von marxelinho am 25. September 2013.
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