25. Oktober 2009

Kreidetafel

So sieht das Rezept aus, das der großartige britische Kommentator und Analytiker David Pleat für das heutige, schwierige Match des FC Liverpool gegen Manchester United zusammengestellt hat: da Torres und Gerrard wahrscheinlich nicht von Beginn an spielen werden, setzt er auf Kuyt, der am langen Pfosten Zuspiele vom linken Flügel aufnehmen und im Strafraum zur Verwertung bereitstellen soll.

Ob das so genau auch funktioniert, wird sich weisen, für mich erst in einer Wiederholung des Spiels, denn live fällt es in die Zeit, die ich natürlich im Olympiastadion bei Hertha gegen Wolfsburg zubringen werde. Ich weiß nicht, ob Friedhelm Funkel ähnlich detailliert über Spieloptionen nachdenkt, oder ob er einfach nur die Bedürfnisse der Boulevardmedien erfüllt und Cicero "knallhart" aus dem Kader streicht.

Auf jeden Fall wird die Mannschaft mehr als nur einen Kampfauftrag brauchen, es bedarf auch einer Spielidee. Die wird sich im Grunde schon in der Aufstellung ausdrücken. Entscheidend ist die Besetzung des Angriffs, denn dort fehlt der Hertha ganz massiv ein Spieler, der Zuspiele für eine Weile halten kann, damit Verstärkung nachrücken kann. Ramos hat angedeutet, dass er dazu in der Lage ist, ihm fehlen aber noch Ligaerfahrung, körperliche Robustheit, Selbstbewusstsein. Ich würde ihn heute neben Domovchyiski spielen lassen, in einem Match gegen eine Mannschaft mit auch schon 16 Gegentreffern. Ramos und Domo sind defensiv sehr aktiv, sie sind schnell, Domo kann auch abschließen, das hat er schon gezeigt.

Wichniarek schon wieder zu bringen, wäre gegen jede Vernunft. Die restlichen Positionen liegen nahe, Dardai und Kacar zentral, Raffael links und Ebert (später Pisczcek) rechts, Viererkette wie gegen Heerenveen. Burchert im Tor, mit Drobny sollte kein Risiko eingegangen werden.

Perspektivisch (also schon für Dortmund nächste Woche) schwebt mir eine Offensivformation vor, die auf den Arsenal-Erfahrungen der aktuellen Saison aufbaut, wo Song mit Diaby und Fabregas ein flaches Dreieck im Zentrum bildet, das sehr flexibel eine Dreierreihe rochierender Stürmer (meistens Arshavin, van Persie und Bendtner oder Eboué) versorgt.

Auf die Hertha umgelegt, würde dies bedeuten: Lustenberger sichert ab, davor Kacar und Cicero (oder Nicu), davor Raffael, Domovchyiski und Ebert (Pisczcek). So hat Funkel schon gegen den HSV spielen lassen, allerdings noch mit Dardai statt Lustenberger.

Niemand erwartet heute einen Sieg, die Hertha kann nur beginnen, sich hineinzuarbeiten in diese Saison, sie muss sich defensiv konsolidieren, und sehen, was nach vorne geht. Wenn ein Punkt herausschaut, wäre immerhin einmal die katastrophale Serie gebrochen.


Eingestellt von marxelinho am 25. Oktober 2009.
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