18. Dezember 2008

Mythologie

Nach einer Stunde in der "Hölle" von Piräus nahm der Kommentator des RBB Zuflucht zum ultimativen Vergleich, der sich beim Auswärtsspiel in Hellas bot: "In der griechischen Mythologie sind schon viele Stücke geschrieben worden", wir alle wünschten uns zu diesem Zeitpunkt, dass die Hertha auch noch eines beigesteuert hätte. Sie hätte dazu in einer halben Stunde drei Tore schießen müssen, denn Olympiakos Piräus führte zu diesem Zeitpunkt mit 2:0.

Leicht war das nicht wegzustecken, dazu waren die Chancen und auch das Spiel der Hertha in der ersten Halbzeit zu gut gewesen. Sie hatte durch Dardai und Pantelic zwei exzellente Gelegenheiten, dieses Mal aber war es nichts mit der in der Liga statistisch nachgewiesenen Effizienz. Kaum waren die Mannschaften wieder aus der Kabine, gab die Hertha das Spiel im Mittelfeld preis, die Konsequenz waren prekäre Situationen im Strafraum und Freistöße aus dem Halbfeld.

So fiel das erste Tor aus einem Kopfball, das zweite verursachte Steve von Bergen, ein inzwischen schon fast sagenhafter (Gustav Schwab, notiere!) Pechvogel, durch einen Zupfer im Strafraum. Gegen Ende fielen dann noch zwei Tore, ich füge mich in die Sprachregelung, dass die Niederlage zu hoch war, wie übrigens auch der Sieg am Samstag gegen den KSC, was der Kommentator des RBB nicht vergaß zu erwähnen.

Simunic, Kacar und Voronin konnten heute nicht mitspielen, alle drei fehlten empfindlich. Dardai und Lustenberger sind im zentralen Mittelfeld allenfalls nationale Mittelklasse, der wackere Ungar verlor heute wieder viele Bälle und war auch im gegnerischen Strafraum fehl am Platz. Pantelic war vollständig abgemeldet, und dass Raffael offensiv zu wenig Bälle behaupten kann, ist nicht neu.

So war dies eine interessante Erfahrung, mit ein wenig Glück hätte das auch ganz anders ausgehen können - vergleicht man aber die Gesamtleistung der Hertha in ihrer Gruppe mit dem Auftreten von Wolfsburg oder Hamburg, dann sieht man doch deutlich die Verhältnisse. Es war das erste Spiel, das Remis gegen Benfica, das im Rückblick als das zu gewinnende erscheint - den verlorenen drei Punkten lief die Hertha danach hinterher, am Ende war sie heute platt.

Mythos hin oder her, diese Niederlage hatte auch einen Logos, den der Trainer im Interview auch benannte: Einigen Spielern wurde die Sache in der zweiten Halbzeit zu schnell. Es ist noch viel zu tun, das sagt er immer, aber er hat auch fast immer recht. Bonne noel, Monsieur!


Eingestellt von marxelinho am 18. Dezember 2008.
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