04. November 2016

Balkanroute


Die letzten beiden Spiele von Hertha waren für mich frustrierend. Beide Male konnte ich das Spiel nicht wirklich gut verfolgen (ich war wegen eines Filmfestivals in Wien). Das Pokalspiel bei St. Pauli sah mir nach einer reifen Leistung aus, allerdings war mein Stream von ständigen Unterbrechungen gestört (mein Rechner kommt in die Jahre). Die Niederlage gegen Hoffenheim sah ich in einem Sportcafe (siehe oben). In beiden Fällen war meine Konzentration nicht gut genug.

Am Montagmorgen stand ich dann um vier Uhr früh an einem Busterminal in Wien-Erdberg.


Es war der Auftakt zu einem dreitägigen, kleinen Abenteuer, bei dem ich eine Idee aufgriff, die mich seit meinen Jahren in Wien nie ganz losgelassen hatte. Damals stand ich gelegentlich auf dem Busbahnhof, der nach 1989 noch in der Stadtmitte lag, und sah mir die Fahrtziele an. Besonders Skopje hätte mich gereizt, aber auch andere Orte. Der Osten hatte sich gerade erst geöffnet, es war eine spannende Zeit, allerdings hatte ich in Wien gut zu tun, mein Leben auf die Reihe zu bekommen. Ich fuhr nie.

Die Busfahrt nach Sofia, die ich am Montag auf der umgekehrten Balkanroute (nach Szeged aus Ungarn und aus der EU raus nach Serbien, und unten dann hinter Nis, der Heimatstadt von Radnicki Nis, in östlicher Richtung wieder rein in die EU in Bulgarien) unternahm, stand also in Zusammenhang einer sentimentalen Anwandlung. Ein nachgeholtes Abenteuer aus Studententagen. Ziel war das Vasil Levski Stadion in Sofia, wo am Dienstagabend das CL-Spiel von Ludogorets Rasgrad gegen Arsenal stattfand.


Es war ein mitreißendes Spiel, das durch ein sensationelles Tor von Mesut Özil entschieden wurde. Es fiel allerdings am anderen Ende des Spielfelds, von mir aus gesehen. Und es ging rasend schnell. Aber man sah auch so sofort, dass etwas Außergewöhnliches geschehen war.

Die Aura dieses ehemaligen Vorzeigestadiums eines kommunistischen Regimes ist nach wie vor weitgehend intakt, auch das ist ein Grund, warum ich manchmal Fahrten an solche Orten unternehme - es sind Exkursionen, die mich aus den standardisierten Funktionsarenen der Gegenwart in eine andere Welt versetzen. Sollte Hertha jemals ein Stadion bauen lassen, dann wird sehr darauf zu achten sein, dass es ein guter Ort wird, und nicht irgendwas in der banalen Art, auf die sich das neue Berlin mit seinen Bauten immer wieder versteht.

Heute spielt Hertha gegen Gladbach daheim, ich bin auch wieder in Berlin. Endlich kann ich wieder genau zusehen, wie es mit der Mannschaft in dieser Saison weitergeht.


Eingestellt von marxelinho am 04. November 2016.
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25. Juli 2015

Plätze (1): Bilhorod-Dnistrowskyj

Die Sommerpause nähert sich ihrem Ende, auch meine Chronik werde ich dann wieder intensiver führen. Derzeit sehe ich aber keine Notwendigkeit, im Detail das Stückwerk zu kommentieren, aus dem bei Hertha eine erfolgreiche Saison werden soll. Stattdessen will ich hier eine kleine Serie eröffnen: Aufnahmen von Fußballplätzen an Orten der Welt, an die nicht so häufig ein Fan kommt. Ich mache jeweils einen 360 Grad-Schwenk mit dem Telefon.

Dieser entstand vor ein paar Tagen, als ich von Odessa aus eine kleine Expedition nach Südwesten machte, in die Lagunenstadt Bilhorod-Dnistrowskyj und den Badeort Zatoka.



Eingestellt von marxelinho am 25. Juli 2015.
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02. Dezember 2014

Gegenlicht


Bevor der diesjährige Besuch des FC Bayern München in Berlin wieder in Vergessenheit gerät, will ich noch schnell eine Notiz zu meinem Gegenbesuch nachtragen, den ich vor einer Weile in der Allianz-Arena gemacht habe. Ich war wegen einer rumänischen Filmschau für ein paar Tage in München, und fuhr dann an einem strahlenden Herbstsamstagnachmittag aufs Geratewohl hinaus nach Fröttmaning. Infrastrukturell wirklich alles klasse, da war viel Platz da, um eine schöne Aufmarschfläche für Fans (und unterirdische Parkplätze) zu errichten.

Es war das Heimspiel gegen Werder Bremen, selbstverständlich war es ausverkauft. Mich interessierte auch, wie sich die Kartensituation darstellen würde, ich hatte ja keine. Der Schwarzmarkt erwies sich als kümmerlich, ein, zwei resignierte Hustler versuchten, mich in der Preisklasse um die 250 Euro zu einem Deal zu bewegen. Ein weniger professionell wirkender Wiederverkäufer hatte zwei Karten, die er einer vierköpfigen Familie mit zwei Jungs verkaufte. Die Eltern blieben draußen, das Bild der heulenden Mutter war ergreifend, wobei ich natürlich nicht wusste, ob sie so durch den Wind war, weil sie auch gern Thomas Müller live gesehen hätte, oder weil sie zwei Stunden ihre Buben in einer fremden und seltsamen Welt allein lassen musste.

Das Spiel hatte schon begonnen, als noch ein Fan des Weges kam, der mir sofort ins Auge sprang. Ich ihm auch. Es handelte sich um den Eigentümer einer Dauerkarte, der an diesem Tag keine Zeit hatte, sich aber die Mühe machte, das Ticket - das in diesem Fall dann händisch ausgefertigt werden musste - jemandem zugänglich zu machen. Für einen fairen Preis. So kam ich, verspätet und pünktlich zum Führungstreffer durch Philipp Lahm, in die Arena.


Ich saß ziemlich am Juchhee, wie man so schön sagt, auf den billigen Plätzen ganz oben im dritten Rang. Um die 70 Euro kostet dort eine Karte. Das Spiel endete bekanntlich mit einem 6:0-Kantersieg, der vollkommen unangestrengt zustandekam, wie es schien.

Ich achtete ohnehin mehr auf die allgemeine Atmosphäre des Stadions, das ich von meinem ersten Besuch in unguter Erinnerung hatte. Damals saß ich eine Stunde nahezu wehrlos, nur mit meinem Unterleibchen notdürftig verschleiert, in der prallen Sonne und musste mitansehen, wie eine von Lucien Favre übel vercoachte Hertha unterging. Allerdings hat das Match auch eine im Rückblick leicht historische Note, denn es stand am Ausgangspunkt der Karriere von Lukas Piszczek als Verteidiger.

Das Ergebnis meines diesjährigen Besuchs ist eindeutig: Ich beneide die Bayern nicht um ihr Stadion. Es ist zwar in vielerlei Hinsicht toll, hat aber einen für meine Begriffe entscheidenden Nachteil. Die Architekten Herzog & De Meuron haben sich zu wenig um die Sonneneinstrahlung gekümmert. Das Stadion reflektiert bei tiefstehender Sonne, wie sie bei Nachmittagsspielen doch sehr häufig in der Saison vorkommt, viel zu viel. Das Spiel findet dann unter einer Dunstwolke statt, oder man sitzt sowieso im Verstrahlungsbereich. Ein Flutlichtspiel in der Allianz-Arena allerdings stelle ich mir großartig vor.

Der besondere Effekt der Dichte, den die Arena vermittelt, hat mit den kleinen Zugangsluken zu tun, die allerdings auch mit sich bringen, dass sich das Stadion sehr langsam entleert. Insgesamt gefallen mir die Proportionen des oft geschmähten, zugigen Olympiastadions eindeutig besser, und den Blick auf das Spiel, den ich von meinem "Feldherrenhügel" auf dem Oberrang habe, würde ich mit einer Arena nur tauschen wollen, wenn sie ähnlich umsichtig auf den Spielbetrieb hin geplant würde wie etwa das für meine Begriffe unübertroffene Emirates in London.

Nächsten Samstag werde ich den Borussiapark in Mönchengladbach in Augenschein nehmen - eine kleine Inspektionsreise zu einem der am besten geführten Clubs der Liga. Davor aber noch eine englische Woche in England, beobachtet von einer Couch in Kreuzberg.



Eingestellt von marxelinho am 02. Dezember 2014.
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10. Oktober 2014

Olimpiskyji Kyiv

Das erste Playoff-Spiel der deutschen U21 gegen die Ukraine, das heute am späten Nachmittag ausgetragen wird, gibt mir Gelegenheit, einen Stadionbesuch von letzter Woche nachzutragen. Die Nachwuchsteams treten nicht in der Hauptstadt an, sondern in Tscherkassy, ein wenig südlich von Kiew. Nico Schulz vertritt Hertha in diesem hochkarätigen Jahrgang.

Das wäre natürlich besonders reizvoll, dieses Spiel live zu verfolgen. In einem Stadion, in das ich sonst wohl nicht so schnell kommen würde. Aber die einzige Gelegenheit, in diesem Herbst noch einmal nach Osten zu fahren, bot sich mir letzte Woche. Auch da konnte ich eine interessante Begegnung sehen: Dinamo Kiew gegen Steaua Bukarest am vergangenen Donnerstag in der Europa League im Olympiastadion, in dem vor zwei Jahren - unter damals noch ganz anderen, hoffnungsfrohen Vorzeichen - das EM-Finale zwischen Spanien und Italien stattgefunden hatte.


Dinamo Kiew hat ja eigentlich auch noch diese großartige Naturarena in Fußweite vom Maidan, ein altes Stadion, in das man mit einem schönen Spaziergang durch eine Parklandschaft teilweise gut hineinschauen kann. Die großen Spiele finden aber im umgebauten alten Olympiastadion statt - wie in Berlin gibt es hier eine blaue Laufbahn, und auch sonst gibt es mancherlei Ähnlichkeiten.

Der entscheidende Unterschied betrifft die Position der Fans. Der Dinamo-Block befindet sich nicht, wie in Berlin, hinter einem der beiden Tore, sondern nimmt nur einen Sektor an einer der Ecken des Spielfelds ein. Da wurde mir erst wieder klar, wie toll das im Oly ist, mit dieser Power, die genau in (oder gegen) die Richtung des Spiels geht.

Die Dinamo-Fans haben mir imponiert, sie haben gut gesungen, sie konnten auch ein sehr lebhaftes Spiel ihrer Mannschaft bejubeln, das schließlich mit 3:1 gewonnen wurde. Es war, wenn man das so sagen darf, ein nicht untypisch osteuropäisches Spiel, mit vielen Versuchen, Situationen technisch zu lösen, es wurde gewirbelt, aber die Grundordnungen werden inzwischen auch hier längst mit großer Kompetenz umgesetzt.

Die angespannte politische Situation war nur am Rande zu verspüren. Dass das ganze Stadion in blau-gelben Farben gehalten ist, bekommt nun angesichts der gesteigerten Patriotismus in der Hauptstadt, natürlich eine zusätzliche Bedeutung. Zweimal versuchten Fans die Nationalhymne anzustimmen, hatten dabei aber jedes Mal Pech, denn es kamen just zu dem Zeitpunkt immer Auswechslungen, sodass der Stadionsprecher sie unterbrach. Einmal gab es das obligatorische "Slava Ukraini", das zentrale rhetorische Ritual ukrainischer Selbstversicherung.

Im Dinamo-Block gab es auch eine prominente schwarz-rote Fahne, die mit den Banderisten assoziiert wird, also mit rechtsnationalen Anhängern des Freiheitskämpfers Bandera. Aber über die Rolle der Ultras in der Ukraine gäbe es eine Menge zu sagen, darauf werde ich ein anderes Mal zurückkommen.





Eingestellt von marxelinho am 10. Oktober 2014.
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Natalie
meint um 12. Oktober 2014 00:29:01

Schönen Ausflug hast Du da gemacht! Dokumentierst Du eigentlich auch Dein Groundhopping in einem gesonderten Album? So wie mit öffentlichen Verkehrsmitteln lernt man auch in einem Stadion viel über den Ort oder das Wesen des Aufenthalts. Ha Ho He!

Marxelinho
meint um 12. Oktober 2014 08:10:29

Die Stadionbesuche sind alle hier auf dieser Seite unter REISEN (oben rechts) zusammengefasst. Und die Videos, die ich mache, liegen alle auf Vimeo (Linkliste).

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06. September 2014

Sheriff Tiraspol

Heute komme ich dazu, einen Stadionbesuch nachzutragen, zu dem ich letzte Woche Gelegenheit fand. Ich war zwei Tage in Moldawien, weil ich in Chisinau zu einer Hochzeit eingeladen war. Den ersten Tag dieser kleinen Reise habe ich für einen Besuch in einem Land genützt, von dem unklar ist, ob es eigentlich existiert: Transnistrien. Dort gibt es den Fußballverein Sheriff Tiraspol. Der spielte an jenem Tag in der Qualifikation für die Europa League gegen Rijeka.

Im Juli 2008 spielte Hertha, ebenfalls in der Qualifikation für die Europa League, gegen den FC Nistru Otaci, einen Verein aus einer kleinen Stadt im Norden Moldawiens. Ich erinnere mich, dass ich damals ein wenig recherchiert habe, ob es machbar wäre, zum Auswärtsspiel zu fahren - das dann ohnehin in der Hauptstadt, also in Chisinau, ausgetragen wurde, aber auch das erwies sich damals als zu kompliziert.

Manche werden sich vielleicht noch an das Heimspiel im Jahn-Stadion erinnern: ein 8:1-Sieg, bei dem sogar Marc Stein ein Tor erzielte. Es war der Beginn der Saison, in der Lucien Favre Hertha um ein Haar in die Champion's League geführt hätte.

All das hatte ich noch so halb im Kopf, als ich in Chisinau war. Und die Fahrt nach Tiraspol war wohl auch eine kleine Entschädigung dafür, dass 2008 nichts aus meiner Fahrt geworden war. Moldawien ist ein sehr schönes Land, dem aber deutlich anzusehen ist, wie arm es ist: Seit den Tagen der Sowjetunion ist nicht viel vorangegangen.

Ich war mit einem Chauffeur unterwegs, der sich bestens auskannte. Kurz vor dem Grenzübergang bog er nach links in die Pampa ab, sodass wir an einem viel kleineren, nicht gerade streng kontrollierten Posten in dem Dorf Varnita passierten.


Ich musste zwar meinen Pass kurz abgeben, wurde darüber hinaus aber weder kontrolliert noch befragt. Der Hinweis, dass wir zum Spiel wollten, war allen als Begründung für unsere abendliche Fahrt vollkommen ausreichend. Und so waren wir, nachdem Kolja den Moment noch für eine Rauchpause genützt hatte, in Transnistrien. Der Fluss, den wir überqueren mussten, ist eben der Nistru (Dnjester).


Bis zum Stadion war es dann nicht mehr weit, es liegt wie eines der vielbeschworenen Ufos an der Peripherie. Sheriff ist das dominierende Unternehmen im Land, das Stadion ist ein "Geschenk", das die Leute, wie ich mich überzeugen konnte, ohne große Begeisterung annehmen.


Das Spiel selber war nicht sonderlich interessant. Als wir kamen, erst zur zweiten Halbzeit, weil Kolja eher gemütlich gefahren war, und weil wir noch Rubel hatten wechseln müssen, kamen uns schon Jugendliche auf dem Weg nach draußen entgegen. Rijeka führte bereits 2:0, die Sache war entschieden. Beide Teams wurden von bescheidenen Fanblöcken unterstützt. Hier die "Armada" von Rijeka.


Und auf der Gegenseite die Hardcore-Fans von Sheriff Tiraspol.


Die Cheerleader tragen ebenfalls die Farben des 1996 gegründeten Clubs.


Rijeka schoss in der zweiten Halbzeit noch ein Tor, und 0:3 war dann auch der Endstand. Der Mannschaft aus Kroatien ist es zu verdanken, dass Sheriff Tiraspol in diesem Jahr keine europäischen Erfolge feiern wird können. Die politische Funktion des Clubs ist nicht so leicht einzuschätzen. Denn einerseits handelt es sich hier eindeutig um das Aushängeschild von lokaloligarchischen Profiteuren, die dieses kleine Land als Beute behandeln. Andererseits gibt es kleine Signale der Öffnung nach Westen.

Das wichtigste Faktum im Zusammenhang mit Sheriff Tiraspol hat auch starke aktuelle Relevanz. Der Club spielt nämlich nicht in der russischen Liga, wie es die russophilen Fans vielleicht lieber hätten. Sondern in der moldawischen Divizia Nationala, die von Sheriff ziemlich eindeutig beherrscht wird. Das ist insofern ein Präzedenzfall, als die Clubs von der Krim, die nach der russischen Annexion nun einen ähnlich prekären Status hat wie Transnistrien, sich dem russischen Verband angeschlossen haben.

Fifa und Uefa stehen nun vor der Frage, wie sie mit dieser Tatsache umgehen sollen. Am 18. September sollen die Verbände von Russland und der Ukraine auf Einladung der Uefa in Nyon zusammenkommen, um über die Vorgehensweise zu beraten. Nominell wurden die Clubs aus Sewastopol, Simferopol und Yalta aufgelöst und neu gegründet, um in Russland antreten zu können. Würden die beiden großen Verbände das Manöver hinnehmen, wäre das ein kleiner Schritt zu einer stillschweigenden Akzeptanz der russischen Eroberungspolitik.

An all diese Sache musste ich auch denken, als wir aus Tiraspol zurück nach Chisinau fuhren. Der Besuch war kurz gewesen, mein Aufenthalt in Transnistrien hatte keine drei Stunden gedauert. Kurz vor Mitternacht war ich im Hotel, und Kolja, der sich für Fußball nicht interessiert, konnte sich ins Nachtleben stürzen.




Eingestellt von marxelinho am 06. September 2014.
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19. August 2014

Bibliothekswesen


Am Wochenende war ich also in London. Ein kurzer Besuch, um Arsenal beim ersten Spiel der neuen Premier-League-Saison zu beobachten. Das Emirates Stadium hat unter Fans nicht den besten Ruf, es wird gelegentlich als "Library" verunglimpft, als ein Ort, an dem Ruhe das erste Gebot ist. Das ist natürlich eine Zuspitzung, denn leise ist es dort nicht. Es fehlt nur an der organisierten und geballten Unterstützung, für die in vielen anderen Stadien die Gruppen sorgen, die sich eigens dafür zuständig sehen. So schwappt gelegentlich eine Welle der Aufmunterung durch das elegante Rund, häufiger aber sind individuelle Rufe des Missfallens und der Zustimmung, aus denen sich dann so etwas wie ein Rumoren ergibt, das sich gelegentlich zu echter Stimmung steigert.

Am frühen Samstagabend gegen Crystal Palace dominierten fast 90 Minuten lang die Unmutsäußerungen. Es lief nicht so viel zusammen bei Arsenal, dazu spielte Crystal Palace ein mustergültiges Verschieben, es gab so gut wie keine Räume. Trotzdem fand ich es unangebracht, wie häufig das populärste Schimpfwort zum Einsatz kam: "You're sh*t!" Das galt praktisch nur den eigenen Spielern, die halt Schwierigkeiten hatten, ein Kombinationsspiel aufzuziehen.

Am Ende reichte es doch zu einem 2:1, alle drei Tore entstanden aus Eckbällen, wobei der Faktor Raumdeckung bei Arsenal eine wichtige Rolle spielte. Offensichtlich lässt Steve Bould bei der Verteidigung von Cornern nicht mit individueller Zuordnung decken, was Brede Hangeland mit einem diagonalen Lauf durch den Fünfmeterraum auf das kurze Eck recht leicht zu nutzen wusste. Damit lag Arsenal nach etwas mehr als einer halben Stunde zurück, kurz vor der Pause half aber Crystal Palace die entsprechende, auf Yaya Sanogo konzentrierte Manndeckung auch nichts, weil dadurch Koscielny nicht ausreichend Aufmerksamkeit bekam.

Aaron Ramsey erzielte in der Nachspielzeit den Siegestreffer, nachdem Giroud einen hohen Ball in den Strafraum weiterleiten konnte. Es war ein ekstatisches Ende eines mittelmäßigen Spiels an einem wunderbaren, allerdings windig-kühlen Abend in London. Ich spazierte danach ganz langsam in Richtung der Station Highbury-Islington und genoss es, zu sehen, wie sich die Menge nur ganz allmählich in den Stadtraum hinein verlor. Noch zwei Stunden später konnte ich in der Piccadilly Line ganz im Westen Fans zuhören, die immer noch hingebungsvoll das Spiel diskutierten. Das Wort "sh*t" war da nicht mehr zu hören, es war ja alles gut ausgegangen, und auch die schnelle Pizza danach hatte wohl geschmeckt.

Das Emirates ist ein Musterbeispiel einer funktionalen Fußballarena. Besonders auffällig sind die geschwungenen Linien bei den oberen Rängen, die natürliches Licht in das Stadion lassen, ohne dass aber das Spielfeld davon betroffen ist. Bei der WM in Brasilien war das Sonnenlicht ja ein echter Störfaktor für das Fernsehbild. Die Ränge sind steil, wie das heute üblich ist, die Kommunikation zwischen Publikum und Mannschaft schon sehr intensiv. Wenn man das ins Positive wenden kann, ist das ein enormer Faktor. Dazu muss aber die Bibliotheksdistanz überwunden werden, die Mannschaft muss es schaffen, die Menge mitzunehmen. Das gelingt nur an besonderen Abenden.

Heute spielt Arsenal in Istanbul gegen Besiktas die erste Begegnung um die Qualifikation für die CL-Gruppenphase. Es steht zu hoffen, dass die Mannschaft sich nicht zu sehr auf das Rückspiel vor eigenem Publikum verlässt.


Eingestellt von marxelinho am 19. August 2014.
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10. April 2014

DW Stadium

Heute komme ich endlich dazu, meine Eindrücke von meinem Wochenende in England ein wenig zu sammeln. Ich war wie gesagt von Freitag bis Sonntag in Liverpool. Am Samstag hatte ich nichts Konkretes vor, und entschied mich dafür, nach Wigan zu fahren, ungefähr eine halbe Stunde nach Osten. Die Strecke wird gerade elektrifiziert, noch rattern dort erbarmungswürdig alte Dieselzüge hin und her. Das DW Stadium war für das Spiel gegen Leeds United (auch so ein Beispiel von former glory in England) nicht ausverkauft. Die Mannschaft von Uwe Rösler gewann verdient mit 1:0. Es war ein Beispiel dafür, wie Fußball in England gearbeitet wird, an einem regnerischen Tag, der so richtig dem Klischee entsprach.

Interessantes Detail am Rande: Der Kader von Wigan Athletic wird bei Transfermarkt mit knapp 58 Millionen Euro beziffert, das ist fast exakt so viel wie der Wert von Hertha BSC (57,375.000 Euro).

Ich habe ein wenig fotografiert. Der auffälligste Spieler war James McArthur, der Rest sind Motive vom Drumherum. Für den Erwerb des Cheese Pies, der mich als Beispiel für eine andere Imbisskultur interessiert hat, brauchte ich übrigens keine Plastikkarte.

Auf das Spiel, das ich am Sonntag im Goodison Park gesehen habe, komme ich morgen zurück.











Eingestellt von marxelinho am 10. April 2014.
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07. April 2014

Goodison Park

Den ganzen langen Weg von Rudow bis zum Kottbusser Tor habe ich es am Sonntagabend vermieden, auf die Bildschirme in der U-Bahn zu schauen. Ich wollte nicht wissen, wie Hertha gegen Hoffenheim gespielt hatte, während ich im Flugzeug von Liverpool nach Berlin gesessen hatte. Zuhause angekommen, wollte ich den RBB-Sportplatz zur Aufnahme programmieren, dabei bekam ich just die Szene zu sehen, in der Polanski den Ausgleich gemacht hatte. Damit war meine Strategie schiefgegangen, die Neugierde war nun nicht mehr zu bezähmen, und so sah ich ihn mir eben noch an, den kurzen Matchbericht in der Sportschau im Dritten, die es am Sonntagabend gibt. Sah, wie Thomas Kraft ganz spät noch einen Freistoß entschärfen konnte, der Hertha so richtig unfroh gemacht hätte.

Aber auch so war die Miene reichlich säuerlich, mit der Manager Preetz anschließend vor die Kamera trat. Er ist innerhalb von nur zwei Monaten bemerkenswert in die Defensive geraten, der Heilsbringerbonus von Coach Luhukay ist aufgebraucht, Hertha ist wieder der Aufsteiger, der noch auf Jahre um die Konsolidierung als Erstligist spielen wird. Und damit keineswegs ein attraktives Ziel für Spieler, sondern eine Adresse, an der die vermittelbaren Profis zu Billigkonditionen nachgefragt werden.

Meine genaue Meinung zum Spiel und zu den Implikationen werde ich mir heute Nachmittag bilden. Ich war ja am Wochenende in England, und zwar an der Merseyside, die am Sonntag gegen London ein verdientes 5:1 holte. Liverpool gewann 2:1 bei West Ham United, und Everton ließ Arsenal im Goodison Park mit einem 3:0 keine Chance. Am Samstag hatte ich nichts zu tun, ich entschied mich gegen den Versuch, bei Manchester City in das Heimspiel gegen Southampton hineinzukommen (knappe Stunde mit dem Zug von Liverpool aus). Stattdessen fuhr ich nach Wigan (halbe Stunde nach Nordwesten), und sah mir im DW Stadium eine einstmals weltberühmte Mannschaft an: Leeds United trat bei dem von Uwe Rösler betreuten Team an.

Das war auch ein bisschen Gegnerbeobachtung, denn am kommenden Wochenende spielt Arsenal im FA Cup-Semifinale gegen Wigan. Und in der Verfassung, in der diese beiden Mannschaften gerade sind, würde ich nicht unbedingt große Summen auf einen Sieg von Arsenal wetten.

Es war ein Wochenende randvoll mit Fußballeindrücken, das mich wohl noch die ganze Woche beschäftigen wird, um es aufzubereiten. Doch am Nachmittag wird mich zuerst einmal interessieren, was Coach Luhukay mit seinen fortgesetzten Personalrochaden (Pekarik auf links, um Platz für Ndjeng zu schaffen) aus der Mannschaft herausgeholt hat.


Eingestellt von marxelinho am 07. April 2014.
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08. November 2013

Rote Armee Fraktion


Mein Ausflug nach Dortmund war (fast) ein voller Erfolg. Zwar kam ich zu spät in das Stadion, weil der Signal-Iduna-Park (für die Traditionalisten unverbrüchlich: das Westfalenstadion) nicht gerade die beste Zugangslogistik hat (nicht alle Vereine haben das zweifelhafte Glück, eine Arena zu bespielen, die auf großräumiger faschistischer Stadtplanung beruht). Wir standen ewig im Regen, mussten durch knöcheltiefe Pfützen, bevor wir hinein durften. Und dann ging es ganz nach oben. Ich hatte einen Platz im Sektor 88, Südost, gleich neben der legendären Wand, die auch mit Sitzplätzen noch immer imposant wirkte. Es war eine Atmosphäre, wie ich sie noch nie erlebt habe, auch bei den berühmt leidenschaftlichen Fans von Olympiacos Piräus nicht. Beim BVB wird Fußball wirklich unvergleich gelebt, das alles hat meine Sympathien noch einmal bestärkt.

Doch am Mittwoch war ich für Arsenal, was ich allerdings lieber für mich behielt. Nur beim Tor entfuhr mir einmal laut der Name, der diese Saison so unglaublich prägt: "Number 16 - Aaron Ramsey." Es war eine Koproduktion meiner beiden Lieblingsspieler, Giroud legte per Kopf ab, Ramsey war wieder einmal unerwartet an einer Stelle, an der es etwas zu holen gab. Die Flanke kam von Özil, war aber eher spekulativ; es war Giroud, der sie produktiv machte.

Von ganz oben hatte ich den Eindruck, dass Arsenal eine Stunde lang unglaublich unter Druck stand; später klangen die Berichte eher neutral, doch muss man schon sagen, dass in acht von zehn Fällen der BVB so ein Spiel gewinnt. Dass Arsenal nicht nur das extreme Pressing aushielt, sondern sich dann auch noch befreien konnte, und eine halbe Stunde der Schlussoffensive ziemlich gelassen verteidigte, war dann großartig, und lässt die Hoffnung auf einen "defining moment" aufkommen - einen Moment, an dem eine Saison Kontur bekommt.

Es war allerdings seltsam, wie sich so ein Tor live ausnimmt. Es fiel am entfernten Ende des Spielfelds, konnte deswegen nur ungefähr gesehen werden; unvergesslich dabei vor allem, wie sich in so einem Moment die ganze Energie in so einem Stadium gleichsam nach innen stülpt, es wird kurz ganz ruhig, während der kleine Block ganz weit drüben aufheult, allerdings eben leise im Vergleich zu dem herrlichen Lärm, in dem ich davor gebadet hatte. Und dann bildet sich an einer Cornerfahne, die gut und gern auch in Bochum oder Herne sein könnte, ein Spielerknäuel. Etwas ist passiert, ein Match ist gekippt, eine kleine Sensation hat sich zugetragen.

Die letzten Minuten sah ich mir dann schon von unten an, auch das ein Spezifikum des BVB-Stadions, es ist alte Bauweise, es gibt noch Blickwinkel, die in den modernen, panoptischen Stadien nicht mehr enthalten sind. Ich sah dort Szceszny im Tor stehen, und gelegentlich kam das Spiel wieder auf ihn zu, häufig aber hörte ich nur die Menge stöhnen, weil Arsenal den BVB vom eigenen Tor und meinem Blick fernhielt.

Ein Wort noch zu den Arsenal-Fans. Es erstaunt doch, wenn man sie in der U-Bahn singen hört, wie sehr sie sich durch die Feindschaft mit Tottenham definieren. "We hate Tottenham", singen sie fast öfter als das zentrale "Arsenal, Arsenal, Arsenal", und viel liegt ihnen daran, zu beschwören, dass 1961 sich nicht wiederholt ("that's when Spurs won the League", ich musste nachfragen). Der eigentliche Kampfruf aber ist mächtig, und den haben die Gooners exklusiv: "Red Army". Ich bin im Zivildienst bei dieser Armee eingeschrieben, for life.



Eingestellt von marxelinho am 08. November 2013.
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10. Juni 2012

Sindbad der Busfahrer

Um 6:08 bin ich heute morgen nach Rzeszów zurückgekommen, von einem knapp sechzehnstündigen Ausflug in die Ukraine, und nun habe ich sogar noch eine kleine Mütze richtigen Schlaf bekommen, bevor es bald mit dem Bus zurück nach Berlin geht. Es kam alles ganz anders, als ich erwartet hatte, und das hat damit zu tun, dass weder Michel Platini noch ich sich so richtig gut überlegt hatten, was es bedeutet, ein großes Turnier abzuhalten, durch das hindurch die EU-Außengrenze verläuft.

Als ich am Samstagmittag vor dem Hauptbahnhof von Rzeszów auf einen jungen Mann aus Lublin traf, der als Freelancer für die Firma arbeitet, bei der ich einen Leihwagen reserviert hatte, konfrontierte er mich mit der Tatsache, dass bei Grenzübertritt in ein Land der ehemaligen Sowjetunion eine Gebühr von 500 Zloty zusätzlich fällig würde, und dass das Auto in der Ukraine nicht diebstahlsversichert wäre. Das erschien mir eine wenig einladende Kombination, die ich zum Anlass nahm, die Reservierung zu stornieren, und es auf andere Weise zu versuchen, nach Lwiw zu kommen.

Dabei machte ich gleich eine interessante Erfahrung mit zwei Deutschen, die auch bei derselben Firma reserviert hatten. Meine harmlose Frage, ob sie eventuell noch jemand mitnehmen könnten, beantworteten sie abschlägig - kein Problem. Was mich aber verwunderte, war, dass sie mich die ganze Viertelstunde, die wir dann noch dort herumstehen mussten, während einer von ihnen alle Papiere unterzeichnete, keines Blickes mehr würdigten und nicht einmal das allereinfachste gemeinsame Faninteresse mehr zeigten, das man in solchen Situationen auf Reisen doch kennt - man tauscht sich ein wenig aus. Es war, als hätte ich mich durch meine Frage für obdachlos und vogelfrei erklärt, und versucht, einen bestens geplanten Trip aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Ich verfiel dann auf die einzige noch machbare Variante: Von Rzeszów nahm ich einen Zug nach Przemysl, wo ich um 16:20 ankam (17:20 ukrainische Zeit, also viereinhalb Stunden vor Anpfiff). Außer mir waren nur noch zwei junge deutsche Fans da, Ali und Kenny (Oliver und Kenneth aus Bremen), von denen Ali zum Glück ein Lahm-Trikot trug. Er kann auch Polnisch, und führte dann die Verhandlungen mit einem ukranischen Chauffeur, der anbot, uns für 250 Zloty (bisschen über 50 Euro) nach Lwiw (Lwow für die Polen) zu bringen. Wir prüften kurz, was dafür und dagegen sprach (die typische Argumentationskette, die da im Kopf abläuft, Indizien ad hominem – sieht er aus wie ein Verbrecher? – und ad rem – er hat eine Taxilizenz, wir können ja sein Kennzeichen nach Hause funken), und entschieden uns für die Fahrt.



Es war eine weise Entscheidung. Diese zwei Stunden auf der prächtig ausgebauten, von Gewitterwolken verhangenen Straße von Przemysl nach Lemberg werden mir in Erinnerung bleiben, es war einfach großartig. Zwei Stunden vor Anpfiff waren wir in Lemberg am Bahnhof. Ich spazierte dann noch eine Stunde durch die Stadt, die allem ersten Anschein nach super interessant ist, sah am Rande des Public Viewing, dass die Niederlande nicht als ein Team spielen, und kam schließlich ein paar Minuten zu spät in die Arena von Lwiw.



Zum Spiel habe ich eine Menge Material, das ich hier reinstellen werde,
wenn ich wieder in Berlin bin. Das Stadion ist eines der besten, das ich
bisher besucht habe, es liegt wie ein UFO (wir kennen die Metapher) an der äußersten Peripherie.

Hier der Blick von meinem Platz auf das Feld, und der Moment der deutschen Ekstase:



Um 2:02 ging ein Zug zurück nach Przemsyl, und wenn es noch eines Grundes bedurft hätte, diese kleine Reise zu rechtfertigen, dann könnte ich ihn in den Bahnhofsgebäuden dieser altösterreichischen Städte allein schon finden. Nicht auszudenken, was die Abteilung Stations and Services der DB dort anrichten würde, an Orten, an denen man die ganze Größe dessen sehen kann, was einmal öffentliches Gemeingut war, bürgerliche Infrastruktur, Verkehrswesen in jedem Sinn.

Die Grenzkontrollen verliefen ohne große Probleme, wir sahen zwar mehrere Hundertschaften Uniformierter und ein paar putzige Hunde, wurden aber mit zwei Stempeln entlohnt, und so konnte ich um 4:28 in Przemysl einen Regionalzug besteigen, der mich auf die harte Tour (nie hat ein Zug so gerumpelt wie dieser) nach Rzeszów zurückbrachte, wo ich jetzt, frisch geduscht und beinahe ausgeschlafen, auf den Sindbad-Bus nach Berlin warte.


Eingestellt von marxelinho am 10. Juni 2012.
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09. Juni 2012

Polska Viewing

Auf meiner Fahrt nach Lemberg bin ich gestern gut in Rzeszów angelangt. Ich war zwar leicht groggy von der langen Fahrt, aber die Ankunft war pünktlich, was sicher auch daran lag, dass der Fahrplan großzügig berechnet ist. In Debica, schon knapp vor dem Ziel, gab es nämlich noch einen sagenhaften Stau, den ungefähr zwanzig Demonstranten ausgelöst hatten, die auf einer Fußgängerquerung unweit eines wichtigen Kreisverkehrs ausdauernd die Straße überquerten, woraus sich ein Schulbeispiel für Kausalität ergab, denn der Stau reichte über den Kreisverkehr in vier Richtungen, und zwar richtig weit.

In Gliwice (Gleiwitz) mussten wir umsteigen, in Opole (Oppeln) hatten wir einen Miroslav-Klose-Gedenkhalt eingelegt (ist aber ohnehin ein regulärer Stop auf der Fahrt in diese Gegend), in Rzeszów waren wir um halbvier am Nachmittag, gestartet war ich um halbein Uhr nachts in Berlin.


Morgenstimmung in Polen


Opole


Opole (2)

Das Eröffnungsspiel Polen gegen Griechenland sah ich dann auf dem Marktplatz von Rzeszów beim Public Viewing, zu dem sich das ganze örtliche Polska zumindest mit seinen jüngeren Bürgerinnen und Bürgern versammelt hatte. Das Spiel endete enttäuschend, wenn man sich vor Augen hält, dass zur Pause ein Tor und nach Ausschluss von Sokratis ein Spieler Vorsprung für Polen zu Buche standen. Ausgerechnet eine der Figuren, auf die ich mich gefreut hatte, wurde zum Pechvogel: Wojciech Szczesny, der sich auch bei Arsenal gelegentlich beim Herauslaufen vertut, verschuldete einen Elfmeter, den Griechenland aber nicht nutzen konnte.


Sonnenbad


Elfmeter gegen Polska


Abendstimmung Rzeszów

Später am Abend konnte ich noch Roman Hubnik dabei beobachten, wie er sich gegen eine von Andrei Arshavin gelenkte Sbornaja stemmte. Der tschechische Herthaner war mit einem spieleröffnenden Pass am einzigen Treffer seiner Mannschaft beteiligt, wie er sich insgesamt schlug, konnte ich nicht im Detail beobachten, dazu war das Bild auf meinem Hotelfernseher zu schlecht, und ich war von der langen, weitgehend schlaflosen Fahrt zu müde. Beim Stand von 2:1 für Russland schlief ich ein.

Heute ist ein prächtiger Tag in Rzeszów, mit einem Mietwagen werde ich nach Lemberg fahren, wo ich einen ganzen Tag zur Verfügung habe. Kopfzerbrechen bereitet mir eigentlich nur, dass ich in der Nacht über die EU-Außengrenze zurückmuss. Ich hoffe auf die versprochene schnelle Abfertigung, und daraus, dass niemand sich nachts um zwei zu einer Demonstration entschließt.


Eingestellt von marxelinho am 09. Juni 2012.
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